Montag, 25. April 2016

Erwartet man von uns zu viel?

Ich bin jetzt fast 20 und mitten in meinem zweiten Semester meines Studiums. Läuft also alles nach Plan. Ich hab letztes Jahr mein Abitur bestanden und studiere seit Oktober. Bilderbuchlebenslauf sozusagen.
 Mein Studium erfüllt mich und es macht auch wirklich richtig Spaß. Ich habe mich also für die richtige Wahl entschieden. Die Prüfungergebnisse vom letzten Semester trudeln auch so langsam ein und so kann ich vermelden, dass mir nur noch ein Ergebnis fehlt. Mal sehen wann ich das noch mitgeteilt kriege. Ich bin nicht so der Lernmensch. Ich habe schon in der Schule nicht viel gelernt und trotzdem gute Noten bekommen, warum also anstrengen? Das erklärt auch warum ich ein 2, Abischnitt habe. Doch in meinem Studiengang interessiert es niemanden was für einen Schnitt ich hatte. Die meisten liegen sogar im selben Notenfeld wie ich. Das man für die Uniprüfungen mehr lernen sollte, habe ich nach den Prüfungen im letzten Semester gesehen. Mir fallen die Noten nicht mehr in den Schoß, es sind halt andere Anforderungen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ich in einer Prüfung durchgefallen bin. Obwohl ich eigentlich mit einem anderen Fach gerechnet hatte als das, aber das Leben vergibt halt nicht immer nur Limonade, sondern auch mal Zitronen.
Was ich aber gemerkt habe war, dass ich vor den Prüfungen immer Angst hatte zu versagen. es nicht allen Recht zu machen und sie nicht stolz zu machen. Ich weiß das klingt vielleicht ein bisschen bescheuert, aber ich glaube in meiner Familie zählt Erfolg. Man kann auf jemanden stolz sein und auch vorzeigen wie toll das Kind in seinem Studium ist. Solche Gedanken schwirren in meinem Kopf rum und ich weiß meine Eltern haben mich immer noch lieb und ich wäre immer noch ihr Kind, wenn ich nicht studieren würde. Und doch war es eigentlich schon bei meiner Einschulung klar, dass ich Abitur machen soll und später studieren soll.
Und ich bin der Meinung das geht vielen in meinem Alter so. Die Eltern wollen das aus ihren Kindern etwas wird und wollen das sie erfolgreich ins Leben starten. Aber erwartet man zu viel von uns jungen Menschen? Lastet vielleicht zu viel Druck auf uns? Einige können damit vielleicht besser um als andere, abr es gibt bestimmt noch mehr die nur einen Weg gehen weil ihre Eltern das so wollen. Und das ist falsch.
Man muss doch seine eigenen Fehler machen und selbst auf die Nase fallen. Mama und Papa sollten ihre Kinder unterstützen in ihren Träumen und ja natürlich auch etwas in den richtigen Weg schupsen, aber ja nicht die Entscheidungen abnehmen. Ich finde meine Eltern haben da einen guten Mittelweg gefunden, das ich sehr schnell selbstständig wurde und trotzdem denke ich manchmal, ich könnte sie enttäuschen.


Ist das normal? Geht es vielleicht jemandem auch so?
Was meint ihr? Schreibts in die Kommentare....

Kommentare:

  1. Bei mir war es so: Ich wollte srudieren, aber es wurde mir ausgeredet. Weil es ja zu teuer ist. Nach dem Abi sollte ich erst mal arbeiten, jedoch fand ich nichts. Ich war immer engagiert, habe mein Abi als Jahrgangsbeste abgeschlossen, ging nebenbei noch zur Abendschule und machte ein Fernstudium. Lernen ist für mich etwas Schönes, ein Privileg nach vorne zu kommen und in einem Job arbeiten zu können der mir Spaß macht.
    Ich konnte nach dutzenden Absagen und einem Job der mich fertig machte, meine Eltern überzeugen, dass das Studium doch richtig ist.
    In meiner Arbeitssuche habe ich gelernt: Ja, es wird viel von uns erwartet und ich hatte das Gefühl ohne Studium hat man es schwer auf dem Markt.
    Ich bin nun im vierten Semester, es ist hart. Ich hätte gerne mehr Zeit für den Stoff, da ich mein Fach mag und mich damit auseinander setzen mag, aber die gibt es leider nicht. Ich möchte das Beste aus diesem Studium rausholen, da ich weiß wie es ohne ist und ich mag mich darüber weiterentwickeln.

    Zu deiner Endfrage: Nein ich habe keine Angst meine Eltern zu enttäuschen, weil ich für mich selbst studiere - nicht für meine Eltern.

    LG,
    Sabrina

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  2. Toller Post, wirklich schön geschrieben.
    Ich kann wirklich gut nachvollziehen, wie du dich fühlst, gerade mit den Prüfungen. Notentechnisch muss man eben in der Uni wirklich viel dafür tun. Prüfungsangst und das Gefühl es nicht jedem recht machen zu können, kenn ich auch sehr gut.

    Ich habe neulich auch über die Uni geschrieben, genauer gesagt, 10 Dinge, die ich im ersten Semester gelernt habe. Würde mich freuen, wenn du vorbeischaust :)

    Liebe Grüße
    TheLebasi
    www.thelebasi.com

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